Die Stiftung Ostdeutscher Kulturrat,
gegründet 1950, ist seit 1975 eine Stiftung bürgerlichen Rechts, aufgrund der Westvermögenzuführungsverordnung aus dem Jahr 1974 ausgestattet mit eigenem Vermögen, bis Juni 2000 aufgrund des § 96 des Bundesvertriebenen- und -flüchtlingsgesetzes auch institutionell gefördert durch die Bundesregierung.
Diese Förderung hat es ermöglicht, im Sinne der Pflege und Bewahrung des deutschen Kulturerbes in Ostmittel- und Südosteuropa und für die wissenschaftliche und kulturelle Kommunikation über historisch-politische Schranken hinweg zur Verständigung mit den östlichen Nachbarvölkern beizutragen. Dabei wurde eine mannigfaltige publizistische, editorische und veranstalterische Tätigkeit entfaltet, wurden historische, kunst- und kulturgeschichtliche Themenfelder bearbeitet und je nach Zielgruppe mit populärwissenschaftlichem bis akademischem Anspruch öffentlichkeitswirksam aufbereitet.
Der Öffentlichkeitsarbeit für den Beitrag des historischen deutschen Ostens zur Kultur und die west-östliche kulturelle Verständigung dienten die beiden Periodika "Kulturpolitische Korrespondenz" und "Der gemeinsame Weg". Drei Buchreihen ergänzten das Presseangebot. Internationale Aufmerksamkeit erfuhren die Serie der vier Bildbände "Tausend Jahre Nachbarschaft" (Bruckmann Verlag) über historisch-kulturelle Beziehungen der Deutschen zu Polen, den Völkern Südosteuropas, Rußlands und des baltischen Raumes. Die zwölfbändige Studienbuchreihe "Vertreibungsgebiete und vertriebene Deutsche" (Verlag Langen Müller) stellt die historische Entwicklung Ostdeutschlands jenseits von Oder und Neiße und der deutschen Siedlungsgebiete in Ostmittel- und Osteuropa bis in die unmittelbare Gegenwart dar. Die Städtebildreihe (Westkreuz Verlag) versammelt monographische Darstellungen deutscher und deutsch geprägter Städte im Osten von Frankfurt an der Oder bis Hermannstadt.
Die Ausstellung "Große Deutsche aus dem Osten" wurde von einer achtköpfigen Expertengruppe unter der Leitung von Professor Dr. Eberhard Günter Schulz (Universität Duisburg) erarbeitet und zeigt einen Überblick über Leben und Schaffen von insgesamt 81 Persönlichkeiten aus den Geistes- und Naturwissenschaften, der Medizin, Jurisprudenz, Literatur, den bildenden Künsten, der Musik, dem religiösen Leben, der Technik und Wirtschaft, der Politik und dem Militärwesen, deren Herkunft aus dem deutschen Osten prägend gewesen ist. Die Ausstellung wurde bereits an 28 Orten, davon siebenmal im Ausland (Estland, Lettland und Ungarn) gezeigt.
Ein reichhaltiges Programm an Arbeitstagungen für einschlägig tätige Kulturschaffende und Multiplikatoren, Wettbewerbe für Dissertationen, Medienbeiträge und literarisches sowie musikalisches Schaffen, schließlich nach der Öffnung der Grenzen eine ganze Reihe gemischtnationaler Symposien zu zeitgeschichtlichen und kulturhistorischen Themen in Städten der östlichen Nachbarländer und in Deutschland haben den Ostdeutschen Kulturrat als Forum historischer und kulturgeschichtlicher Bildung sowie grenzübergreifender Verständigung ausgewiesen.
